NaomiFSJ in der Weserschule
Naomi Goretzky absolviert im Schuljahr 2025/2026 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei uns.
Naomi Goretzky absolviert im Schuljahr 2025/2026 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei uns.
Manchmal läuft das Leben langsamer, als man es gewohnt ist. In meinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an der Weserschule in Hoya habe ich gelernt, genau darin einen besonderen Wert zu sehen.
Nach dem Erwerb meines Abiturs stand ich vor der Frage, wie es für mich weitergehen sollte. Statt direkt zu studieren, entschied ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Tagesbildungsstätte, was ich bis heute nicht bereue. Dort unterstütze ich täglich, Kinder mit besonderem Förderbedarf im Schulalltag und begleite sie individuell entsprechend ihrer Bedürfnisse. Dabei arbeite ich eng mit pädagogischen Fachkräften zusammen und übernehme Verantwortung in der Betreuung und Unterstützung sowie Pflege der Kinder.
Ich habe gelernt, dass man nicht erwarten kann, dass alle Menschen die Welt so wahrnehmen wie man selbst. Stattdessen muss man bereit sein, die Perspektive zu wechseln. Erst wenn man genau hinschaut und sich wirklich auf sein Gegenüber einlässt, entsteht echtes Verständnis.
Der Alltag in der Schule besteht jedoch nicht nur aus der reinen Betreuung, sondern auch aus Unterricht wie Mathematik, Deutsch, Englisch oder Kunst, ähnlich wie an anderen Schulen. Der starke Unterschied jedoch liegt darin, dass der Unterricht sehr individuell angepasst ist. Die Inhalte werden vereinfacht, veranschaulicht und öfter in kleinen Schritten vermittelt. Es bedeutet manchmal einen Rechenschritt oder Zahlen mehrfach zu wiederholen oder durch praktische Dinge im Leben greifbarer zu machen. Dadurch habe ich gelernt, mich auch sehr über die kleinen Fortschritte mit den Kindern zu freuen.
In der Weserschule spielen auch alltägliche Aufgaben eine wichtige Rolle, die für mich auf den ersten Blick selbstverständlich wirkten, jedoch zur Förderung der Kinder dazugehören. Aufgaben wie Aufräumen, Tischdecken, einfache Hausarbeiten oder die Zubereitung von einfachen Mahlzeiten geben den Kindern Struktur, Routine und fördern ihre Selbstständigkeit.
Natürlich ist die Arbeit nicht immer leicht. Es gibt Momente, in denen man an seine Grenzen stößt, körperlich wie emotional. Doch genau die Situationen haben mich in dem letzten halben Jahr wachsen lassen und mir geholfen, die Welt auch als Erwachsener nochmal durch neue Augen zusehen. Es hat mir gezeigt, wie wichtig Einrichtungen wie die Weserschule sind um für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Und selbst wenn man mal an seine Grenzen stößt, gibt es durch das Team immer jemanden, der einem zur Hand geht.
Schlussendlich habe ich, vor allem nach meiner eigenen Schullaufbahn nochmal gelernt: Lernen findet im richtigen Leben nicht nur im Schulbuch statt und man darf nicht vergessen, dass gerade die kleinen, alltäglichen Schritte, die großen Fortschritte bedeuten.
Naomi Goretzky