08. Mai 2019Ohne-Socken-Tag - das tut den Füßen gut

Am 8. Mai ist der Ohne-Socken-Tag – der gehört wohl eher zur Kategorie der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Wer kommt denn auf sowas? Zwei Amerikaner, Tom und Ruth Roy, setzen sich für die Freiheit der Füße ein. Eine gute Idee, denn unsere Füße sind sehr wichtig für unsere Aufrichtung und Fortbewegung! Über 70 Prozent der Informationen, die wir zum Gehen benötigen, erhalten wir von den Füßen. Das ist eine ganze Menge. Damit diese Informationen gut aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet werden können, ist es wichtig, den Füßen schon von klein auf Aufmerksamkeit zu schenken. Die Babys machen es uns vor und spielen schon auf der Wickelkommode mit ihren Füßen. Herrlich ist es zu beobachten, wie sie mit Hand und Mund jeden Fuß immer wieder erkunden. Sie vervollständigen ihr Körperbewusstsein bis zur letzten Zehe. Wer sich so gut mit seinem Körper beschäftigt und ihn kennt, wird eine große Geschicklichkeit darüber erlangen. Und das ist natürlich wichtig, wenn man auf den Füßen dann endlich in die Welt hinaus läuft, springt und tanzt.

Kinder sollten so oft es geht barfuß gehen. Der schicke Schuh kann warten! Im direkten Kontakt zum Untergrund werden alle Muskeln im Fuß aktiviert. Die Zehen helfen mit, jede Unebenheit wird wahrgenommen und die Haltungs-kontrolle entsprechend angepasst. Was kitzelt, kratzt oder massiert mich dort unten so angenehm? Die vielen tausende Nervenenden erkennen kalte, warme, glatte, weiche oder raue Untergründe. „Haben kleine Kinder die Möglichkeit, all diese Wahrnehmungen und Erfahrung zu machen, kann aus einem Lauf-anfänger ein geschickter Fußgänger werden“, weiß Eva Lepand aus dem Team der Frühen Hilfen der Lebenshilfe Syke.

In der Frühförderung nimmt die Arbeit mit dem ganzen Körper, und somit auch mit den Füßen, eine große Rolle ein. Ob im Bällebad, auf der Rollenrutsche oder auf der Bewegungsbaustelle motivieren die Frühförderinnen der Lebenshilfe Syke das Kind, die Socken auszuziehen. Manchmal braucht es einige Zeit, bis ein Kind diese fremde Erfahrung zulassen kann. Wie schön, wenn es dann daran so große Freude hat! Auch beim Kneten oder in einem Materialbad aus Erbsen oder Linsen, dürfen die Füße der Kinder bei den Frühen Hilfen mitarbeiten. Da kann man sehen, wie gut auch die Zehen greifen können. Im Alltag bietet die Wohnung und der Garten Fühleindrücke im Überfluss: der flauschige Teppich, das glatte Parkett, der kitzelige Rasen oder die von der Sonne gewärmten Steine der Terrasse. Und nach dem Duschen freuen sich auch die Füße über eine gelegentliche Wohlfühlmassage mit etwas Creme.

Kindern tut es in jedem Alter gut, wenn sie ihren Füßen Aufmerksamkeit schenken. Und was für die Kinder gut ist, tut auch den Erwachsenen noch immer gut. Also, raus aus den Socken und hinein ins Fußvergnügen! Schlenkert mit den Füßen und wackelt mit den Zehen!

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